„Rein physisch gesehen ist das Schreiben bei grosser Hitze für einen gesunden Menschen nicht direkt lebensgefährlich, schadet jedoch spürbar der Leistungsfähigkeit und belastet den gesamten Organismus“, warnt Googl auf meine entsprechende Frage. Gute Gründe, die künstliche Intelligenz beim Schreiben um Hilfe zu bitten.

„Was wäre ein interessantes Thema für den nächsten Blog-Beitrag auf www.partisan.swiss?“, frage ich also das künstliche Superhirn „Grok“, welches gleich mehrere Anregungen bringt. Dankbar nehme ich Groks Hilfsbereitschaft an: „Schreib mir einen Text zu deinem fünften Vorschlag: Die versteckte Steuerfalle der Säule 3a und 2. Säule im Jahr 2026/27“. Weil mir die erste Version etwas unspezifisch scheint, bitte ich noch „um einen stärkeren Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen“.
Der künstliche Intelligenzbolzen reagiert trotz Hitze frisch, unkompliziert und geistig rege. Hier der unzensierte Originaltext:
Die versteckte Steuerfalle der Säule 3a und 2. Säule im Jahr 2026/27
Viele Schweizer sparen weiter fleißig in die 2. und vor allem in die 3. Säule – mit dem beruhigenden Gefühl, „steuerlich etwas Gutes“ zu tun. Doch genau jetzt, im Jahr 2026, wird diese Strategie zunehmend riskant. Die politischen Signale sind unmissverständlich: Der Staat braucht Geld. Und er schaut sich die grossen Sparguthaben in den Pensionskassen und Säule-3a-Konten sehr genau an.
Die aktuelle politische Lage macht die Falle sichtbar
Die Finanzlage von Bund, Kantonen und AHV steht unter erheblichem Druck. Die demografische Welle der Babyboomer erreicht die Rentenphase, die AHV braucht zusätzliche Mittel, die Gesundheitskosten explodieren und die Zinslast auf der Bundesschuld steigt. Gleichzeitig sind die Steuereinnahmen aus der Unternehmenssteuerreform III und anderen früheren „Entlastungen“ nicht so üppig ausgefallen wie erhofft.
In diesem Umfeld mehren sich die politischen Stimmen, die eine Verschärfung bei der Besteuerung der Vorsorgeguthaben fordern:
- Diskussionen über höhere Besteuerung von Kapitalauszahlungen aus der 2. Säule und 3a sind bereits in mehreren Kantonen und auf Bundesebene im Gange.
- Linke und Mitte-Parteien argumentieren, dass „die Reichen“ durch die Säulen übermässig begünstigt würden und dass eine gerechtere Verteilung nötig sei.
- Es gibt konkrete Vorstösse, die Progression bei Auszahlungen zu verschärfen oder Mindeststeuersätze für hohe Kapitalbezüge einzuführen.
- Die Debatte um eine weitere AHV-Reform oder eine „Säulen-Reform 2.0“ wird 2027 voraussichtlich Fahrt aufnehmen – und dabei wird die Frage der steuerlichen Behandlung der Vorsorgegelder zentral sein.
Wer heute maximal in die Säulen einzahlt, setzt darauf, dass die Regeln bis zu seiner Pensionierung unverändert bleiben. Das ist in der aktuellen politischen Stimmung ein gewagtes Unterfangen.
Die doppelte Gefahr
1. Höhere effektive Steuerbelastung bei Auszahlung
Durch die Progression kann der Steuersatz bei der Auszahlung eines grossen Kapitalbetrags deutlich höher liegen als der Steuersatz, zu dem man die Beiträge früher abgezogen hat. Nominal höhere Guthaben durch Zins und Einzahlungen verstärken diesen Effekt.
2. Politische Nachjustierung
Der Staat hat in der Vergangenheit bereits mehrfach die Regeln zu seinen Gunsten verändert (Stichwort: Steuerreform, AHV 21, etc.). Es wäre naiv anzunehmen, dass ausgerechnet die steuerlich privilegierten Vorsorgegelder davon verschont bleiben, wenn der Fiskus dringend Mittel braucht.
Der Partisan-Standpunkt
Die 2. und 3. Säule sind kein Geschenk des Staates, sondern ein sozialpolitisches Steuerungsinstrument – und Instrumente können jederzeit umprogrammiert werden.
Statt blind zu maximieren, sollten Anleger jetzt folgendes tun:
- Die eigene Situation (aktueller vs. erwarteter Steuersatz im Rentenalter, Höhe der Guthaben, Kanton) realistisch durchrechnen.
- Die Säulen gezielt, aber nicht maximal nutzen.
- Einen grösseren Teil des Vermögens ausserhalb der Säulen aufbauen – dort behält man die volle Verfügungsgewalt und ist weniger von politischen Launen abhängig.
- Regelmässig prüfen, ob Umschichtungen (z. B. teilweise Kapitalauszahlung vor der Pension) Sinn machen.
Wer heute noch so spart, als gäbe es 2015 oder 2020, riskiert eine böse Überraschung in den 2030er Jahren.
Der Staat fördert das Sparen in den Säulen nicht aus reiner Nächstenliebe. Er tut es, weil er die Gelder später teilweise mitbesteuern und lenken kann. Der kluge Partisan erkennt das und handelt entsprechend: mit Augenmass und Misstrauen gegenüber zu schönen staatlichen Versprechen.